Die Bundesregierung strebt eine Verdoppelung der Sanierungsrate von Gebäuden auf zwei Prozent jährlich an. Um das zu erreichen, müssten die Bundesbürger allerdings bis zum Jahr 2030 rund 750 Milliarden Euro aufbringen. Das geht aus der Shell Hauswärme-Studie hervor, die der Energiekonzern in Zusammenarbeit mit dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) erstellt hat.
Verdoppelung der Sanierungsrate kostet bis 750 Mrd Euro
Derzeit wird pro Jahr rund ein Prozent des Gebäudebestandes energetisch auf Vordermann gebracht. Bleibt es bei dieser Quote, würden bis 2030 nach den Berechnungen des HWWI 26 Prozent Energie eingespart. Erforderlich wären dafür Investitionen von 386 Milliarden Euro. Für die Verdoppelung der Sanierungsrate auf zwei Prozent müsste fast doppelt soviel investiert werden. Die Energieeinsparung würde dadurch allerdings lediglich auf 34 Prozent ansteigen.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Mit Teilsanierungen ließen sich die Klimaschutzziele schneller erreichen als mit Komplettsanierungen. Denn relativ viele Haushalte wären in der Lage, die Kosten einer Teilmodernisierung zu tragen. Mit einer Komplettsanierung ließen sich zwar im Einzelfall etwas höhere Energieeinsparungen erreichen, sie sind aber aufgrund der sehr hohen Kosten nur für wenige Haushalte finanzierbar.
„Dieses Ergebnis bestätigt unsere Erfahrungen. Es untermauert unsere Forderung, auch Einzelmaßnahmen bei der Förderung der energetischen Gebäudesanierung zu berücksichtigen“, kommentiert IWO-Geschäftsführer Prof. Christian Küchen. „Es ist unstrittig, dass die Sanierungsrate erhöht werden muss. Ein Blick in die Realität zeigt jedoch, dass das nur mit Teilsanierungen erreichbar ist. Denn nur die sind für den Großteil der Hausbesitzer realisierbar“, sagt Küchen.
Details unter www.shell.de/hauswaermestudie



