Untersuchung von Nah- und Fernwärmenetzen
Energetische Sanierungen machen Fernwärme unrentabel
Für die Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes ist der Wärmebedarf der zu versorgenden Gebäude entscheidend. Mit sinkendem Energieverbrauch durch energetische Gebäudesanierungen werden Wärmenetze in der Zukunft zunehmend unattraktiver.
So lautet eines der zentralen Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung an der Ostfalia Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel von Prof. Dr.-Ing. Dieter Wolff und Dr.-Ing. Kati Jagnow. Analysiert wurde neben der Wirtschaftlichkeit auch der ökologische und energetische Nutzen von Nah- und Fernwärmenetzen in unterschiedlich strukturierten Wohngebieten.
Beauftragt haben die Studie der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH), das Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik (VdZ) und IWO.
Zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen:
- Heizzentralen sind ohne einen hohen Anteil gleichzeitig erzeugten Stroms aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ökonomisch und ökologisch nicht vertretbar.
- In Neubaugebieten haben die Häuser aufgrund der gesetzlich geforderten Dämmstandards einen niedrigen Energieverbrauch. Daher ist Fernwärmeversorgung in Neubaugebieten in der Regel unwirtschaftlich.
- Fernwärmeversorgung rechnet sich erst ab einer dichten Mehrfamilienhausbebauung mit jeweils mehr als 20 Wohneinheiten - sofern die Wärme großenteils aus der Kraft-Wärme-Kopplung stammt.
- Der Neu- oder Ausbau von Wärmenetzen ist im Gebäudebestand selten zu rechtfertigen.
- Grundsätzlich unwirtschaftlich sind Wärmenetze in ländlichen Gebieten, wo vorwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser zu finden sind.
- In kleinstädtischen Siedlungen mit mittlerer Anschlussdichte ist der Neu- oder Ausbau von Nahwärmenetzen selten sinnvoll - zumal aufgrund der angestrebten Energiepolitik der Energiebedarf von Gebäuden in den nächsten Jahren deutlich sinken wird.




