Überprüfung der Ölheizung

Wie oft sollte der Schornsteinfeger kommen?

Ist Ihre Heizung älter als 12 Jahre?

Das Baujahr des Ölkessels steht direkt auf dem Typenschild. Außerdem ist es im Messprotokoll des Schornsteinfegers vermerkt. Wenn Ihre Heizung genau 12 Jahre alt ist, antworten Sie bitte mit „ja“.

Heizen Sie mit Brennwerttechnik?

Der Kesseltyp ist in der Schornsteinfeger-Bescheinigung nach 1. BImSchV angegeben. Wenn die Heizung vor 2000 gebaut wurde, handelt es sich wahrscheinlich nicht um Brennwerttechnik.

Wird die Heizung raumluftunabhängig betrieben?

Wenn ja, bezieht die Heizung ihre Verbrennungsluft aus dem Freien. Kommt die Luft direkt aus dem Raum, in dem die Heizung steht, wird sie raumluftabhängig betrieben. Die Angabe wird bei der Bauabnahme der Heizung in der Landesbauordnung dokumentiert.

Heizen Sie mit schwefelarmen Heizöl?

Antworten Sie mit „ja“, wenn mindestens die Hälfte des Tankinhalts aus schwefelarmem Heizöl besteht. Als Nachweis gilt die Rechnung oder der Lieferschein des Heizöl-Lieferanten. Der überwiegende Anteil des verkauften Heizöls ist schwefelarm.

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Übersicht über die gesetzlichen Prüfzyklen von Ölheizungsanlagen für Schornsteinfeger

Übersicht der gesetzlichen Prüfzyklen

Regelwerke für das Schornsteinfegerhandwerk

Schornsteinfeger

Die Tätigkeiten des Schornsteinfegers werden in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen geregelt. Der Turnus des Schornsteinfeger-Besuchs ist abhängig von Heizungstyp und verwendetem Brennstoff.

Die beiden wichtigsten Regelwerke für Schorsteinfegertätigkeiten sind die

Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) sowie die

1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV)

 

In folgenden Regelwerken werden weitere Aufgabenbereiche und Tätigkeiten des Schornsteinfegers beschrieben:

  • Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (SchfHwG)
  • Landesbauordnungen (LBO)
  • Energieeinsparverordnung (EnEV)

Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO)

In der Kehr- und Überprüfungsordnung sind alle Tätigkeiten festgeschrieben, die der Betriebs- und Anlagensicherheit dienen.

Schornsteinfeger bei der Arbeit

Diese bundeseinheitliche Verordnung trat am 01. Januar 2010 in Kraft und löste die bisherigen 16 Landesverordnungen ab. Seitdem regelt sie bundesweit die Tätigkeiten, Fristen und Gebühren für Schornsteinfegerarbeiten zur Betriebs- und Brandsicherheit. Dazu gehört zum Beispiel die Abgaswegeüberprüfung der Feuerungsanlagen.

Verlängerte Zyklen bei Öl-Brennwerttechnik und schwefelarmem Heizöl

Ölheizungen, die mit Öl-Brennwerttechnik und schwefelarmem Heizöl betrieben werden, müssen nun nur noch alle zwei Jahre geprüft werden. Darüber hinaus beträgt der Prüfzyklus bei den mittlerweile erhältlichen Öl-Brennwertgeräten mit selbstkalibrierender Regelung des Verbrennungsprozesses in Verbindung mit schwefelarmem Heizöl sogar nur noch drei Jahre. Mit dieser Verlängerung der Prüffristen wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass bei Öl-Brennwertgeräten mit schwefelarmem Heizöl kaum noch Ablagerungen oder Ruß anfallen.

Als Nachweis für den Betrieb mit schwefelarmem Heizöl EL kann die Rechnung oder der Lieferschein gelten. Zur Anwendung der erweiterten Prüfintervalle muss mehr als die Hälfte der im Tank befindlichen Heizölmenge schwefelarmes Heizöl nach DIN 51603-1 oder DIN SPEC 51603-6 sein.

Entspricht die Liefermenge mehr als der Hälfte des Tankvolumens ist die Entscheidung eindeutig. Bei kleineren Liefermengen muss das Mischungsverhältnis über Liefermenge und zuvor enthaltene Restmenge rechnerisch ermittelt werden.

Schwefelarmes Heizöl ist Standard

Die Überprüfung, ob überwiegend schwefelarmes Heizöl im Tank ist, wird in absehbarer Zeit nicht mehr erforderlich sein. Denn schwefelarmes Heizöl ist heute bereits der Standardbrennstoff für Ölheizungen in Deutschland geworden.

Das belegen die amtlichen Mineralöldaten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): Der Anteil von schwefelarmem Heizöl am gesamten Heizölabsatz lag im 2011 bei 84 Prozent.

Diesem Umstand trägt nun auch die aktuelle Kehr- und Überprüfungsordnung vom 13.04.2013 Rechnung. Hieß es früher in der KÜO noch „Anlagen zur ausschließlichen Verbrennung von schwefelarmen Heizöl nach DIN 51603…“, so wurde in der aktuellen Ausgabe dieses Tatbestandsmerkmal gestrichen. Die verlängerten Prüfintervalle (einmal in zwei Jahren) gelten nun für „Anlagen …., die mit schwefelarmem Heizöl nach DIN 51603 Teil 1 oder anderen leichten Heizölen mit gleichwertiger Qualität betrieben werden“. In der Begründung zur KÜO wird klargestellt, dass es sich hierbei um schwefelarmes Heizöl mit und ohne Bioanteile handeln kann.

1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV)

Neben der Überprüfung, die der Betriebs- und Anlagensicherheit dienen, führt der Schornsteinfeger auch Emissionsmessungen durch. Den Umfang dieser Messungen, sowie Fristen für die wiederkehrenden Messungen gibt die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) vor.

Prüfzyklus für jüngere Ölheizungen vergrößert

Die novellierte Fassung dieser Verordnung ist am 22. März 2010 in Kraft getreten. Die zuvor einjährigen Intervalle für die wiederkehrende Überwachung von Ölheizungen wurden verlängert. Denn infolge der Technologieentwicklung der letzten Jahre sind die Ölheizungen in ihrem Emissionsverhalten stabiler geworden.

Ölheizungen mit Brennwerttechnik, die über eine selbstkalibrierende Regelung des Verbrennungsprozesses verfügen, werden nur noch alle 5 Jahre überprüft. Bei allen anderen ist allein das Alter entscheidend. Anlagen, die bis zu zwölf Jahre alt sind, werden nur noch alle drei Jahre und ältere Anlagen nur noch alle zwei Jahre überprüft. 

In der Übersicht der gesetzlichen Prüfzyklen für Ölheizungsanlagen sind für verschiedene Ölheizungstechniken und Brennstoffe die geltenden Zeiträume der Überwachung aufgeführt.

Aktueller Stand im Schornsteinfegerrecht

Seit 1. Januar 2013 gelten die Neuregelungen im Schornsteinfegerrecht (Schornsteinfeger-Handwerksgesetz, SchfHwG): Auch zukünftig überwacht der Schornsteinfeger die Einhaltung der Betriebs- und Brandsicherheit sowie des Umwelt- und Klimaschutzes. Er kontrolliert also, ob die Eigentümer alle notwendigen Schornsteinfegerarbeiten veranlasst haben. Er agiert als hoheitlich Beliehener in dem Kehrbezirk, der ihm zukünftig für sieben Jahre übertragen wird.

Zu den Aufgaben des Schornsteinfegers gehören:

  • das Führen des Kehrbuches inkl. der Kontrolle, ob alle notwendigen Arbeiten ausgeführt wurden (SchfHwG)
  • die Feuerstättenschau zweimal innerhalb von sieben Jahren (SchfHwG)
  • Durchführung der Bauabnahmen (LBO)


Der Eigentümer wird vom Bezirksschornsteinfeger über alle notwendigen Schornsteinfegerarbeiten und der einzuhaltenden Fristen durch einen Feuerstättenbescheid unterrichtet.