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Flüssige Brennstoffe

Flüssige Brennstoffe sind einer der wichtigsten Energieträger im deutschen Wärmemarkt. Und das wird nach Ansicht vieler Experten auch auf absehbare Zeit so bleiben.


Als flüssige Brennstoffe werden flüssige, brennbare Energieträger bezeichnet, die zur Wärmeversorgung eingesetzt werden. In der Regel werden sie dezentral am Einsatzort gelagert. Neben dem klassischen Heizöl EL (EL steht für extra leichtflüssig) aus der Rohölverarbeitung zählen dazu auch flüssige Brennstoffe aus nachwachsenden und/ oder alternativen Rohstoffen.

Zu Heizöl EL verarbeitetes Rohöl deckt einen großen Teil unseres Wärmebedarfs. So werden mehr als zehn Millionen Haushalte in Deutschland mit Heizöl beheizt. Damit liegt der Anteil von Heizöl am Wärmemarkt bei über 30 Prozent.
 
Flüssige Brennstoffe haben Zukunft
Schätzungen zufolge können selbst bei vollständiger Potenzialausschöpfung bis zum Jahr 2050 maximal 60 Prozent des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Fossile Brennstoffe wie Heizöl werden daher auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Wärmemarkt spielen.

Ein zukunftstauglicher Energieträger muss hohe Ansprüche erfüllen. Sowohl aus Sicht der Verbraucher als auch aus energiepolitischer Sicht muss er wirtschaftlich und nachhaltig sein und die Versorgung muss langfristig sichergestellt sein. Flüssige Brennstoffe bieten in dieser Hinsicht gute Perspektiven.
 
Versorgungssicherheit
Die hohe Versorgungssicherheit beim Heizöl beruht auf mehreren Faktoren: Derzeit gibt es rund 562 Milliarden Tonnen an weltweit bekannten und nachgewiesenen Ölvorkommen. Zudem bezieht Deutschland sein Öl aus mehr als 30 Lieferländern, es gibt also keine einseitige energiepolitische Abhängigkeit.

Innerhalb Deutschlands stellen rund 3.300 überwiegend mittelständische Mineralölhändler die Versorgung sicher. Und Öl ist der einzige Energieträger im Wärmemarkt, bei dem die individuelle Bevorratung im Tank des Verbrauchers ergänzt wird um eine gesetzlich vorgeschriebene nationale Erdöl-Bevorratung mit einer Reichweite von drei Monaten.
 
Flexibler Transport
Hohe Flexibilität kennzeichnet auch den Transport von Öl. Ein großer Teil des Rohöls erreicht Europa über den Seeweg. Die Raffinerien, in denen Rohöl unter anderem zu Heizöl weiterverarbeitet wird, werden vorwiegend über ein weit verzweigtes Pipelinenetz versorgt. Zudem können Mineralölprodukte per Binnenschiff und mit Kesselwagen über die Schiene transportiert werden. Ist ein Lieferweg unterbrochen, stehen also Alternativen zur Verfügung. Zum Heizölkunden gelangt der flüssige Brennstoff schließlich per Tankwagen.
 
Individueller Energievorrat für wirtschaftliche Wärmeversorgung
Die Vorteile eines dezentral gelagerten Energievorrates wissen Heizölverbraucher zu schätzen. Der Heizölkunde kann frei entscheiden, wann er seinen Energievorrat auffüllt. Er kann also flexibel auf Preisschwankungen reagieren, indem er Preishochs aussitzt oder mit kleineren Bestellmengen überbrückt und bei günstigeren Marktlagen volltankt. Überdies gibt es keine Grundgebühr, die bei leitungsgebundenen Energien auch dann anfällt, wenn kein Brennstoff verbraucht wird.

Auch die künftige Entwicklung im Wärmemarkt spricht für die dezentrale Bevorratung von Energie: Dank effizienter Heiztechnik, der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien und energetisch verbesserter Gebäude sinkt der Bedarf an fossiler Energie. Größere Wärmemengen werden im Jahresverlauf nur noch in relativ kurzen Phasen benötigt. Anders als bei leitungsgebundenen Energien kann ein vor Ort gelagerter Brennstoff diese Spitzenlasten mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand abdecken.
 
Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
Dennoch ist und bleibt Öl ein endlicher Rohstoff, mit dem es sparsam umzugehen gilt. Entscheidend ist daher der Einsatz in hocheffizienter Technik. Öl-Brennwerttechnik wandelt den Energiegehalt des Heizöls zu nahezu 100 Prozent in Nutzwärme um. Zudem lassen sich Öl-Brennwertkessel ideal mit regenerativen Energien wie Solar oder Holz kombinieren, wodurch der Verbrauch weiter sinkt.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Ölheiztechnik verspricht weitere Einsparpotenziale. Geräteindustrie und Mineralölwirtschaft entwickeln zur Zeit gemeinsam Technologie-Konzepte für eine ölbetriebene Wärmepumpe und ölbetriebene Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung (Mikro-KWK).

Neben der Steigerung der Energieeffizienz ist der anteilige Einsatz von Biobrennstoffen ein Weg, den Bedarf an fossilen Energien künftig zu senken.


Stand: 10. August 2010 (Fachbereich Technik, SSE)