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Weltweite Ölvorräte

Wie bei allen fossilen Energierohstoffen ist auch bei Erdöl der Vorrat endlich. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Welt schon in naher Zukunft das Öl ausgeht. Im Gegenteil, trotz höherer Förderung sind die globalen Rohölvorräte auf einen Rekordstand gestiegen.


Die weltweiten Ölreserven und -ressourcen
Bei der Einschätzung von Erdölvorräten unterscheidet man zwischen Reserven und Ressourcen:
  • Erdölreserven sind die mit heutiger Technologie wirtschaftlich gewinnbaren Erdölmengen.
  • Erdölressourcen sind nachgewiesene oder geologisch mögliche Vorkommen, die zwar bekannt sind, aber mit heutiger Technik nicht wirtschaftlich gefördert werden können.
 
Rohölsreserven auf Höchststand
Nach Angaben der Studie "Oeldorado 2008" sind die gesicherten konventionellen Rohölreserven der Welt mit rund 181 Milliarden Tonnen derzeit so groß wie niemals zuvor. (Stand 2007).

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), eine Fachbehörde des Bundeswirtschaftsministeriums, weist in einer Studie aus dem Jahr 2007 weltweit sogar 230 Milliarden Tonnen Rohöl als sichere Reserven aus, weil sie bereits einen Teil der nicht-konventionellen Schwerstölvorkommen in Venezuela als Reserve bewertet. Dazu kommen weitere 332 Milliarden Tonnen erschließbarer Ressourcen konventionellen Öls sowie die in Ölschiefern und bituminösen Sanden enthaltenen Mengen.

Nach heutigem Welterdölverbrauch von rund 3,88 Mrd. Tonnen, würden allein die gesicherten Reserven für rund 46 beziehungsweise 59 Jahre ausreichen. Doch Experten warnen seit jeher vor solchen Hochrechnungen, weil sie jeweils nur eine Momentaufnahme darstellen. Wesentliche Faktoren bleiben dabei nämlich unberücksichtigt, insbesondere der technische Fortschritt und die Erschließung neuer Ölvorkommen.

Ein Rückblick verdeutlicht die Problematik derartiger Hochrechnungen: In den vergangenen 60 Jahren haben sich die gesicherten Ölreserven stetig erhöht, obwohl in diesem Zeitraum auch der jährliche Ölverbrauch kontinuierlich anstieg. 1940 umfassten die bestätigten Welterdölreserven rund 6 Mrd. Tonnen, 1980 lagen sie bei 88 Mrd. Tonnen, und für 2007 registriert die Mineralölwirtschaft 181 Mrd. Tonnen.
 
Alternativen zu fossilen Energieträgern
Gerade für den Wärmemarkt gilt, dass durch eine Steigerung der Energieeffizienz der eingesetzten Anlagentechnik die größten Möglichkeiten bestehen, den Energieverbrauch und damit auch den Bedarf an Rohöl zu reduzieren.

Darüber hinaus wird Biomasse einen wachsenden Beitrag zur zukünftigen Energieversorgung leisten. Biomasse kann durch verschiedene verfahrenstechnische Schritte in fester, flüssiger und gasförmiger Form zur Verfügung gestellt werden. Großes Interesse liegt in der Erzeugung von flüssigen Brennstoffen aus Biomasse, da aufgrund der hohen Energiedichte flüssige Energieträger ideal zum Transport und zur Bevorratung sowie universell und unabhängig einsetzbar sind.


Stand: 16. Aug. 2010 (Fachbereich Technik, SSE)